LG Aachen zu Lackierkosten nach Unfall

Das Landgericht (LG) Aachen ist in einem Urteil auf die Besonderheiten einer Metallic-Lackierung eingegangen (24.10.2017, AZ: 10 O 489/15). Das Gericht hielt fest, dass zwischen Unilackierung und Metallic-Lackierung zu unterscheiden ist, da aufgrund der Besonderheiten der Metallic-Lackierung eine Beilackierung meist zwingend erforderlich ist (vgl. auch LG Aachen, Urteil vom 13.9.2017, AZ: 8 O 451/16; AG Kassel, Urteil vom 23.1.2014, AZ: 423 C 1288/13).
Im vorliegenden Fall begehrte der Kläger unter anderem restliche Reparaturkosten aufgrund eines Verkehrsunfalls auf Gutachtenbasis. Das klägerische Fahrzeug war vor dem Unfall ausschließlich in einer Markenfachwerkstatt gewartet worden. Die Beklagte kürzte die Netto-Reparaturkosten im Rahmen eines Prüfberichtes um die Beilackierungskosten und die Kosten für die Erneuerung des Lenkgetriebes. Die hiergegen gerichtete Klage war vollumfänglich erfolgreich.
Das Landgericht Aachen hat in einem weiteren Urteil bestätigt, dass die Beilackierung bei Metalliclackierung zu übernehmen ist. Auch bei beanspruchter fiktiver Abrechnung sind hiernach die Kosten von der haftenden gegnerischen Versicherung zu bezahlen. Die vom Gutachter geforderte Beilackierung der angrenzenden Fahrertür war erforderlich und durchzuführen, um sonst möglicherweise auftretende Farbabweichungen zu den unfallbetroffenen Teilen zu vermeiden. (24.10.2017, AZ: 10 O 489/15).